Die Versicherungswirtschaft unterstützt mit einer eigenen Weiterbildungsinitiative die Schulung von Vermittlern.

Ziel ist eine noch bessere Beratung der Kunden, wie der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilt. Dafür steht auch der verschärfte Verhaltenskodex für den Vertrieb.

Egal ob es um eine Todesfallabsicherung geht, die Vollkasko für das neue Auto oder die private Altersvorsorge – erster Ansprechpartner für viele Verbraucher ist der Versicherungsvermittler. Er muss somit umfangreiche Fachkenntnisse haben, um in allen Fällen kompetent beraten zu können. Deshalb ist es entscheidend, dass Versicherungsvermittler nicht nur gut ausgebildet sind, sondern sich auch permanent fortbilden.

Sicherstellen will das die freiwillige Brancheninitiative „gut beraten“, die von sieben Verbänden der Versicherungswirtschaft – sowohl von Vermittlern als auch Versicherern – sowie der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di getragen wird. Teilnehmende Vermittler setzen sich das Ziel, innerhalb von fünf Jahren 200 Weiterbildungspunkte zu sammeln. Ein Punkt entspricht einer Unterrichtseinheit von 45 Minuten. Diese werden in einer zentralen Weiterbildungsdatenbank erfasst. Punkten können die Vermittler bei einem der inzwischen mehr als 300 akkreditierten Fortbildungsträger.

Mit „gut beraten“ unterstreicht die Branche den hohen Stellenwert der Aus- und Weiterbildung. „Wir wollen mit der Initiative ein sichtbares Zeichen nach außen setzen, dass der Versicherungsvermittler ein professioneller Berufsstand ist“, sagt Katharina Höhn, Hauptgeschäftsführerin des Berufsbildungswerks der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV), das die Weiterbildungsdatenbank betreibt. In vielen Köpfen habe sich verankert, jeder könne Versicherungsvermittler werden. Dagegen wolle man angehen, so Höhn. Als PR-Maßnahme sei die Initiative aber nicht zu verstehen. Sie diene zu allererst der Qualitätssteigerung im Vertrieb. „Unser Ziel ist, dass die Kunden noch besser beraten werden“, sagt Höhn.

Diesem Zweck dient auch der verschärfte Verhaltenskodex für den Vertrieb des GDV, der seit Mitte 2013 in Kraft ist. Die inzwischen mehr als 200 beigetretenen Unternehmen verpflichten sich darin zu einem fairen Umgang mit Kunden, zu bedarfsgerechter Beratung und verständlichen Produkten. Ein wesentliches Element des Kodex ist das Thema Weiterbildung. Die beigetretenen Versicherer arbeiten nur noch mit Vermittlern zusammen, die sich laufend fortbilden und dies auch nachweisen. An der Stelle schließt sich der Kreis zu „gut beraten“. Die Initiative ist eine Möglichkeit, wie der geforderte Nachweis erbracht werden kann.